Berufsbezogene medizinische Rehabilitation

    Wir halten die Verbindung von Inhalten der medizinischen und beruflichen Rehabilitation für eine Voraussetzung zur erfolgreichen Rehabilitation Drogenabhängiger. Ein Großteil unserer Patienten hat keine feste Arbeitsstelle, keine abgeschlossene Berufsausbildung und kaum Erfahrungen in einem längerfristigen Beschäftigungsverhältnis. Auf Grundlage einer individuellen Einschätzung bieten wir spezifische Maßnahmen zur Unterstützung bei der Berufs- und Stellensuche.



    Erfassen der individuellen Situation, Anforderungen und Fähigkeiten

    Im Aufnahmegespräch wird die persönliche soziale Situation erfasst und innerhalb der ersten zwei Wochen der schulische, Ausbildungs- und berufliche Werdegang erhoben. In Querschnitts- und Verlaufsbeobachtung werden die grundlegenden und speziellen Fähigkeiten zur Ausübung beruflicher Tätigkeiten, Arbeits- und Leistungsstörungen, Auswirkung und Folgen der Abhängigkeits- und Begleiterkrankungen eingeschätzt und entsprechend agiert.



    Interne und externe Unterstützung der Patienten

    Die Einzel- und Gruppenpsychotherapie soll Patienten befähigen, berufliche Anforderungen und Belastungen ohne Suchtmitteleinsatz zu bewältigen. Haus- und Großgruppen dienen der Verbesserung von Konflikt-, Team- und Kommunikationsfähigkeit, der Förderung des Verantwortungsgefühls, der Selbstakzeptanz und der Selbstsicherheit. Zusätzlich zu den klinikintern Leistungen greifen wir auf eine externe Agentur für Berufsberatungen zurück, die in Zusammenarbeit mit der ARGE unter unserer Leitung agiert.



    Bedarf zielgruppenspezifisch ermitteln

    Wir unterscheiden nach den „Empfehlungen zur Stärkung des Erwerbsbezugs in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker“ der Gemeinsame Arbeitsgruppe Berufliche Orientierung in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker (BORA) in:

    • BORA-Zielgruppe 1:
      Rehabilitanden in Arbeit ohne besondere erwerbsbezogene Problemlagen.
    • BORA-Zielgruppe 2:
      Rehabilitanden in Arbeit mit besonderen erwerbsbezogenen Problemlagen.
    • BORA-Zielgruppe 3:
      Arbeitslose Rehabilitanden im Bezug von ALG I nach SGB III, Erwerbstätige, die während der Krankschreibung arbeitslos werden, langzeitarbeitsunfähige Erwerbstätige, ausgesteuert aber mit Arbeitsplatz
    • BORA-Zielgruppe 4:
      Arbeitslose Rehabilitanden in Bezug von ALG II nach SGB II
    • BORA-Zielgruppe 5:
      Schüler, Studenten, Hausfrauen, Zeitrentner, sonstige Nicht-Erwerbsrehabilitanden, die eine (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt anstreben.