Gruppenpsychotherapie

In der Holthauser Mühle ist die in einem Haus zusammen lebende Patientengruppe identisch mit der Bezugs-Therapiegruppe, die in der Regel aus 10 Patienten besteht, je zur Hälfte aus Frauen und Männern. Jede Gruppe hat einen fest zugeordneten Haustherapeuten und einen Co-Therapeuten. Gruppenpsychotherapie findet dreimal wöchentlich statt (insgesamt sechs Stunden).

Die Psychotherapie in der Gruppe ist ein für die therapeutische Entwicklung wesentlicher Teil der Behandlung. Hier kann das im Rahmen der therapeutischen Gemeinschaft (Gruppe als Ersatzfamilie) erlebte professionell begleitet, bewusst gemacht und reflektiert werden. Die Gruppe ruft dabei sowohl in den gruppentherapeutischen Sitzungen als auch im Zusammenleben unter einem Dach Übertragungsmuster hervor (zwischen den Patienten untereinander, von den Patienten zur Gruppe und zum Therapeuten), die zu komplexen Interaktionen innerhalb dieser Gruppe und zwischen dieser Gruppe und den anderen Gruppen der Einrichtung führen. Dabei wird von Seiten der Gruppentherapeuten generell auf einem eher realitätsorientierten, ich-strukturierenden und ich-stützenden Niveau gearbeitet (psychoanalytisch-interaktionelle Methode nach dem Göttinger Modell von Heigl-Evers u.a.). Die Patienten haben im Rahmen der Gruppentherapie die Gelegenheit, ihre inneren Spannungen zu verbalisieren und Konfliktbereiche direkt zu bearbeiten. Dadurch können der Realitätsbezug und die Wahrnehmung der sozialen Konfliktsituation und ihrer Folgen verbessert werden und im Verlauf der Therapie eine Verbesserung der sozialen Kompetenzen erlangt werden. Die Nachreifung und der Aufbau einer integrierten Persönlichkeitsstruktur geschehen weitgehend durch dieses soziale Gruppengefüge und die Erfahrungen der therapeutischen Gemeinschaft.

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