Essstörungen
Essstörungen als eigenständige Erkrankung werden in der Holthauser Mühle nicht behandelt.
Die Komorbidität von Essstörungen und stoffgebundener Suchtmittelabhängigkeit ist
jedoch, insbesondere bei Frauen, sehr hoch. Bulimie tritt bei unseren Patienten
wesentlich häufiger auf als Anorexia oder Adipositas. Im individuellen Krankheitsverlauf
entwickeln sich die Essstörungen und der stoffgebundene Suchtmittelmissbrauch in
enger Verzahnung miteinander. Suchtmittel werden dabei häufig benutzt, um die Funktion
der Essstörung zu unterstützen.
Wir behandeln die Essstörungen im Rahmen der Entwöhnungsbehandlung mit folgenden
Zielen
- Krankheitseinsicht und Behandlungsmotivation auch bezüglich der Essstörung
- Normalisierung des körperlichen Zustandes und des Essverhaltens
- Bearbeitung zugrundeliegender Konflikte
- Erreichen von Konfliktlösungskompetenz
- Erarbeitung von Alternativen im Umgang mit auslösenden Bedingungen
- Erarbeiten von Handlungsalternativen zum Hungern, Erbrechen oder Binge-Eating
Die Bearbeitung der Essstörungen erfolgt in Einzel- und Gruppenpsychotherapie, unter
Hinzuziehung des Arztes und der Ernährungsberaterin. Mit dem Patienten werden konkrete
Absprachen bezüglich der Nahrungsaufnahme getroffen und bei Bulimikern z.B. Patenschaften
eingerichtet, um nach Mahlzeiten oder in Stresssituationen Erbrechen zu verhindern.
In Sport- und Bewegungstherapie wird die körperliche Belastungsfähigkeit berücksichtigt
und z.B. bei anorektischen Patienten exzessive sportliche Betätigung eingeschränkt.